Erstellt am 01.07.09 um 01:02 Uhr
Als 16. glücklich im Ziel
Christine war noch nie so glücklich gewesen, zwei Polizisten auf der Jagd nach Temposündern zu begegnen
Cannonball, die erste: Wir waren dabei
Cannonball Vespa Race 2009
Am letzten Wochenende hetzten 133 Scooteristen quer durch Österreich - die meisten einfach nur des Fahrens wegen, denn siegen und das Preisgeld einstreifen konnte ja nur einer. Aber dabei sein war einfach das Größte!
Freitag früh - zu früh - machte ich mich mit Christine auf den Weg nach Wr. Neustadt, meine Vespa zu holen. Nach der langen Tour zu den VWD 2009 war ein Service und auch eine gründliche Reinigung fällig gewesen – das fällt in einem Garten wesentlich leichter als in einer Tiefgarage. Kurz vor dem Ziel wußte ich dann, warum ich so ein schlechtes Gefühl gehabt hatte: Mein Kennzeichen steckte immer noch in Baden auf meiner Honda. Hilfe! Was tun? Mario hatte die rettende Idee, einfach ein Kartonkennzeichen zu montieren. Eigentlich logisch, hätte ich auch gleich selber drauf kommen können …
Nachdem sich der ersten Schock gelegt hatte, fuhren wir mit dem schicken Pappendeckel-Taferl zurück nach Baden – Kennzeichen und Gepäck holen und dann ab zu unserem Treffpunkt. Selbst das Wetter hatte ein Einsehen und so kam ich wenigstens trocken in Baden an, bei der Hinfahrt mit dem Auto hatte es nämlich noch heftig geregnet.
Tag 1: Die Anreise
Mit etwas Verspätung machten wir uns schließlich auf den Weg nach Mondsee. In Alland stieß auch Mario zu uns. Bis Gmunden fuhren wir bei gutem Wetter ohne Probleme. Hier – 50 km vor unserem Ziel – was sollte schon noch groß passieren – genehmigten wir uns eine gemütliche Kaffeepause an der Seepromenade. Schwerer Fehler: Beim letzten Schluck Cafe spürte ich schon den ersten großen Tropfen. Aus dem großen Tropfen wurde dann ein richtig heftiger Regen, der uns bis Mondsee begleitete. Was soll’s, wir hatten uns ja, geleutert von unseren Erfahrungen aus der heurigen Saison, ebenfalls endlich ordentliches Regengewand besorgt.
Klatschnass erreichten wir das Hotel Krone in Mondsee. Nach einer kurzen Pause stand sofort das Abendessen mit anschließender Fahrerbesprechung und Startnummern-Auslosung auf dem Programm. Glücksengerl und Team-Kapitän Christine zog für uns die Nummer 127, eine schöne Nummer wie wir fanden. Nach ein paar Bierchen und dem einen oder anderen Gläschen Spritzwein fielen wir ins Bett – schließlich mussten wir am nächsten Morgen bereits um 7 Uhr beim Start sein, für manche von uns keine besonders christliche Zeit ...
Tag 2: Das Rennen
Gut gestärkt nach einem sehr guten Frühstück im Hotel ging es Samstag Früh mehr oder weniger munter an den Start. Dort teilte Heimo das Roadbook aus und schon begannen die Überlegungen, was wohl die kürzeste Strecke wäre. Kurz nach 8 Uhr waren wir mit dem Start an der Reihe, auf noch sehr nasser Straße beschlossen wir, geschwindigkeitstechnisch kein unnötiges Risiko einzugehen und wurden prompt von ein paar Racern überholt.
Der Erste Punkt war ein Pub in Bad Aussee, das wir nach kleinen Orientierungsschwierigkeiten auch fanden. Dort nutzen wir die Chance, unsere Vespas an der benachbarten Tankstelle wieder voll zu tanken. Weiter ging es nach Wildalpen, wo wir ein Foto von der Tafel zum Gasthaus Kaiserrast machen sollten. Dies war einfach, denn die Tafel direkt an der Hauptstraße war nicht zu verfehlen. Der nächste Kontrollpunkt war eine Tafel am Ortsende von Gusswerk, die wir ebenfalls leicht fanden – standen doch eine Unzahl an Vespas samt ihrer Fahrer davor, die versuchten, ein Foto zu machen. Irgendwie hatten wir hier aber schon das Gefühl, dass uns unsere Navis – die sich im übrigen nicht immer einig waren – nicht gerade über die kürzerste Strecke geschickt hatten. Der nächste Punkt war das renommierte Steirereck am Pogusch, wo wir wieder ein Foto zu machen hatten. Fast hatten wir es also geschafft, jetzt nur noch zur Riegersburg und dann ab ins Ziel. An der Riegersburg angekommen, entschieden wir uns für den Weg mit dem Lift, statt den direkten Fußweg über den Ort zu nehmen. Blöd nur, dass der Lift infolge eines Blitzschlages ausgefallen war und wir nun erst recht in voller Montur bei strahlendem Sonnenschein den steilen Weg zur Burg erklimmen mussten. Oben angekommen erwartete uns eine Geschicklichkeitsübung, die wir auch im dritten Versuch nicht schafften – wie bis auf einen Konkurrenten alle anderen auch nicht – was uns 30 Strafminuten einbrachte. Wieder beim den Vespas angekommen, fing es zur Abwechslung wieder mal zu regnen an – diesmal sogar ziemlich heftig. Kurz vor dem Ziel endeckte Christine noch 2 nette Polizisten, die ihre Bitte um ein Foto nicht abschlagen konnten. Eigentlich waren sie ja damit beschäftigt, die Geschwindigkeit zu messen, aber sie taten uns den Gefallen, sich auf unseren Vespas fotografieren zu lassen, was uns 20 Gutminuten brachte. Danke an dieser Stelle nochmal – die Polizei ist eben doch „dein Freund und Helfer“.
Mittlerweile hatte es auch endlich zu regnen aufgehört, und so schafften wir die letzten 20 km in kürzester Zeit. Im Ziel angekommen bestätigte sich unser Verdacht, dass wir nicht unbedingt den kürzesten Weg gefahren waren, auch bei den Tankstopps hatten wir es nie wirklich eilig – Pausen müssen schon sein – und so hatte die Konkurrenz den Zielraum bei unserem Eintreffen bereits gut gefüllt.
Trotzdem waren wir glücklich, alle Aufgaben erfüllt zu haben und stolz, beim ersten Cannonball Vespa Race mitgefahren und ohne ein technisches Problem das Ziel erreicht zu haben. Schlussendlich wurden wir mit einer Gesamtzeit von 8:43:03 für irgendwas über 400 km insgesamt 16te der Trophy-Wertung bei fast 30 Startern in unserer Klasse. Nicht schlecht für das erste Mal und das mit dem größten Team (5 Fahrer), finde wir.
Den herrlichen Grillteller hatten wir uns nach dem mitlerweile schon langen Tag redlich verdient. Der Abend wurde dann noch von innen und außen feucht fröhlich, zwei Teilnehmer unseres Teams schafften es gerüchteweise erst zu früher Stunde in ihr Hotelzimmer. Bei der Verlosung hatten wir wieder mal kein Glück, zwar wurde der Hauptpreis – eine 125er LML – mehrmals gezogen, da die glücklichen Losbesitzer nicht anwesend waren, meine Nummer war trotzdem nicht dabei. Und ich hätte die LML wirklich gerne gehabt …
Tag 3: Es geht nachhause
Am Sonntag durften wir uns wenigstens halbwegs ausschlafen – Weckruf von Mario um 8:30 Uhr – frühstücken und natürlich, wie konnte es auch anders sein, bei strömendem Regen nach Hause fahren. Die € 25,00 für die Regenhose erwies sich jedenfalls als lohnende Investition in unser rollerndes Hobby *ggg*
Nachdem all unsere Vespen die Anstrengungen ohne irgendeinen technischen Defekt runtergespult hatten, erwischte es meine Veloce zum Schluss doch noch. Plötzlich verschwand die Tachonadel und ward nicht mehr gesehen. Eine zeitlang klangen noch fürchterliche Geräusche aus den Tiefen des Tachos, die aber nach einger Zeit verstummten.
Fazit: rund 1.000 km in 3 Tagen bei teilweise richtig üblem Wetter, trotzdem war’s einfach nur genial und ich bin echt froh, doch mitgefahren zu sein. Gratulation an die Mannen und Mädels der Scooteria Leibnitz, die wieder einmal ein absolute Top Event auf die Beine gestellt haben. Jetzt freuen wir uns schon auf unsere Weinstraßen-Tour im August und



